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Kohlenhydrate & Wassergewicht: Warum die Waage plötzlich springt

Plötzlich 1–2 kg mehr auf der Waage? Warum Kohlenhydrate, Salz, Training und Wassergewicht dein Gewicht kurzfristig stark schwanken lassen.

AAI
Heute ein Kilo mehr. Morgen wieder ein Kilo weniger. Und direkt kommt der Gedanke: „Habe ich zugenommen? War die Woche umsonst? Muss ich weniger essen?“

In den meisten Fällen lautet die Antwort: Nein.

Die Waage zeigt nicht nur Fett. Sie zeigt dein gesamtes Körpergewicht: Muskeln, Wasser, Glykogen, Verdauungsinhalt, Salz, Flüssigkeit, Entzündungsreaktionen nach Training und vieles mehr.

Gerade Kohlenhydrate und Salz können das Gewicht kurzfristig deutlich beeinflussen, ohne dass du Fett aufgebaut hast.
Kurz gesagt: Nicht jede Schwankung auf der Waage ist Fett. Sehr oft ist es Wassergewicht – vor allem nach mehr Kohlenhydraten, mehr Salz, hartem Training oder ungewohnter Belastung.

Kurzfassung: Das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Tägliche Gewichtsschwankungen sind normal.
  • Die Waage zeigt nicht nur Fett, sondern auch Wasser, Glykogen, Verdauungsinhalt und Flüssigkeitshaushalt.
  • Kohlenhydrate werden als Glykogen gespeichert.
  • Glykogen bindet Wasser – deshalb kann mehr Carbs essen kurzfristig mehr Gewicht bedeuten.
  • Auch Salz kann Wasser im Körper halten.
  • Hartes Training kann kurzfristig Wasser in der Muskulatur binden.
  • Ein voller Magen oder Darm kann die Waage ebenfalls erhöhen.
  • 1 kg Fett entsteht nicht über Nacht.
  • Bewerte deinen Fortschritt über Wochendurchschnitt, Trend, Bauchumfang, Fotos und Spiegelbild.
  • Ändere Kalorien nicht wegen einem einzelnen Waagenwert.

1) Warum schwankt die Waage überhaupt?

Viele Menschen denken bei Gewicht sofort an Fett. Das ist verständlich, aber unvollständig.

Dein Körpergewicht besteht aus vielen Bestandteilen:
  • Fettmasse
  • Muskelmasse
  • Wasser
  • Glykogen
  • Blutvolumen
  • Magen- und Darminhalt
  • Salz- und Flüssigkeitshaushalt
  • Entzündungs- und Reparaturprozesse nach Training
Wenn du dich morgens auf die Waage stellst, misst du also nicht „dein Fett“, sondern dein Gesamtgewicht in diesem Moment.

Deshalb kann dein Gewicht steigen, obwohl du kein Fett aufgebaut hast.

Ein einfaches Beispiel:
  • Du isst abends eine große Portion Pasta.
  • Dazu kommt vielleicht eine salzige Soße.
  • Du trinkst mehr Wasser.
  • Deine Glykogenspeicher füllen sich.
  • Dein Körper bindet mehr Wasser.
  • Am nächsten Morgen zeigt die Waage 1 kg mehr.
Das sieht auf der Waage dramatisch aus, ist aber nicht automatisch Fettzunahme.
Die Waage ist ein Messgerät für Gewicht. Sie ist kein direktes Messgerät für Körperfett.

2) Kohlenhydrate, Glykogen und Wassergewicht

Kohlenhydrate werden im Körper unter anderem als Glykogen gespeichert. Glykogen ist die Speicherform von Kohlenhydraten in Muskeln und Leber.

Diese Speicher sind wichtig, weil dein Körper daraus Energie für Bewegung, Training und Alltag ziehen kann.

Der entscheidende Punkt: Glykogen wird zusammen mit Wasser gespeichert.

Das bedeutet praktisch:
  • Wenn du mehr Kohlenhydrate isst, können deine Glykogenspeicher voller werden.
  • Wenn deine Glykogenspeicher voller sind, wird mehr Wasser mitgespeichert.
  • Dieses zusätzliche Wasser erscheint auf der Waage.
Das ist einer der häufigsten Gründe, warum Menschen nach einem kohlenhydratreichen Tag plötzlich mehr wiegen.

Typische Situationen:
  • Pasta-Abend
  • Pizza
  • Reisgericht
  • Burger mit Pommes
  • mehr Brot als sonst
  • Refeed-Tag
  • Wochenende mit mehr Kohlenhydraten
  • nach längerer Low-Carb-Phase wieder mehr Carbs
Das ist nicht automatisch schlecht. Im Gegenteil: Volle Glykogenspeicher können Training, Leistungsfähigkeit und Muskelgefühl sogar verbessern.

Viele fühlen sich nach mehr Kohlenhydraten voller, kräftiger und leistungsfähiger. Die Muskeln wirken manchmal praller. Das ist nicht „fett geworden“, sondern oft einfach mehr Glykogen plus Wasser.

3) Warum Low Carb am Anfang so schnell Gewicht reduziert

Viele Low-Carb- oder Crash-Diäten führen am Anfang zu einem schnellen Gewichtsverlust. Das wird oft als schneller Fettverlust verkauft.

In Wahrheit ist ein großer Teil davon häufig Wasser.

Wenn du Kohlenhydrate stark reduzierst, leeren sich deine Glykogenspeicher teilweise. Dadurch wird auch Wasser ausgeschieden, das vorher mit dem Glykogen gespeichert war.

Deshalb kann die Waage in den ersten Tagen schnell nach unten gehen.

Das bedeutet:
  • Du hast nicht automatisch mehrere Kilo Fett verloren.
  • Ein Teil ist Wassergewicht.
  • Wenn du später wieder mehr Kohlenhydrate isst, kommt ein Teil dieses Gewichts zurück.
  • Das ist normal und kein Rückschritt.
Das erklärt auch, warum viele nach einer Low-Carb-Phase bei einem normalen Essen direkt wieder schwerer sind.

Nicht, weil sie über Nacht Fett aufgebaut haben, sondern weil der Körper wieder Wasser und Glykogen speichert.
Schneller Gewichtsverlust am Anfang einer Diät ist oft nicht nur Fett. Schnelle Gewichtszunahme nach mehr Kohlenhydraten ist oft nicht nur Fett.

4) Salz und Wasser: Warum salziges Essen die Waage hebt

Neben Kohlenhydraten spielt auch Salz eine große Rolle.

Salz beeinflusst den Flüssigkeitshaushalt. Wenn du deutlich mehr Salz isst als sonst, kann dein Körper vorübergehend mehr Wasser halten.

Das passiert oft nach:
  • Pizza
  • Fast Food
  • Fertiggerichten
  • Chips
  • salzigen Snacks
  • Restaurantessen
  • Döner, Burger oder Pommes
  • stark gewürzten Soßen
  • Fleischwaren oder Käse
Gerade die Kombination aus Kohlenhydraten und Salz kann die Waage stark beeinflussen.

Beispiel:
  • Pizza: viel Kohlenhydrate plus viel Salz
  • Burger mit Pommes: Kohlenhydrate plus Salz plus mehr Gesamtmenge
  • Pasta mit Fertigsoße: Kohlenhydrate plus Salz
Am nächsten Morgen kann die Waage deutlich höher sein.

Das bedeutet aber nicht automatisch, dass du Fett aufgebaut hast.

Wichtig: Salz ist nicht grundsätzlich schlecht. Dein Körper braucht Natrium. Problematisch ist eher, wenn du starke Schwankungen hast: mal sehr salzarm, dann sehr salzreich. Dann schwankt auch Wasser stärker.

5) 1 kg Fett entsteht nicht über Nacht

Ein häufiger Denkfehler:

„Ich wiege heute 1 kg mehr, also habe ich 1 kg Fett zugenommen.“

Das ist fast nie realistisch.

Um 1 kg Körperfett aufzubauen, braucht es einen sehr großen Energieüberschuss. Grob wird oft mit etwa 7.000 bis 7.700 kcal pro kg Fettgewebe gerechnet. Das ist keine perfekte Zahl für jede Person, aber als Orientierung hilft sie.

Das heißt:

Wenn du morgen 1 kg mehr wiegst, hast du dafür nicht automatisch 1 kg Fett aufgebaut.

Dafür müsstest du nicht nur etwas mehr gegessen haben, sondern massiv über deinem Verbrauch gelegen haben.

Beispiel:
  • Du hast 500 kcal über deinem Bedarf gegessen.
  • Am nächsten Tag zeigt die Waage +1 kg.
  • Dieses eine Kilo kann nicht vollständig Fett sein.
  • Wahrscheinlicher sind Wasser, Glykogen, Salz und Verdauungsinhalt.
Das gleiche gilt andersherum:

Wenn du morgen 1 kg weniger wiegst, hast du nicht automatisch 1 kg Fett verloren. Auch das kann Wasser, weniger Mageninhalt oder weniger Glykogen sein.
Fett verändert sich langsam. Wasser kann sich schnell verändern.

6) Verdauungsinhalt: Essen im Körper wiegt auch

Das klingt banal, wird aber oft vergessen: Essen und Trinken haben Gewicht.

Wenn du abends viel isst, ballaststoffreich isst oder später als sonst isst, kann am nächsten Morgen noch mehr Inhalt im Magen-Darm-Trakt sein.

Das erhöht dein Gewicht kurzfristig.

Beispiele:
  • große Portion Gemüse
  • viel Vollkorn
  • viel Hülsenfrüchte
  • spätes Abendessen
  • große Mahlzeit im Restaurant
  • Verstopfung
  • mehr Flüssigkeit als sonst
Das ist kein Fett. Es ist Inhalt, der sich noch im Körper befindet.

Deshalb ist es sinnvoll, sich möglichst immer unter ähnlichen Bedingungen zu wiegen:
  • morgens
  • nach dem Toilettengang
  • vor dem Essen
  • ohne Kleidung oder immer gleich bekleidet
  • auf derselben Waage
So reduzierst du Messrauschen.

7) Training kann kurzfristig Gewicht erhöhen

Viele sind überrascht, wenn sie nach einem harten Training mehr wiegen.

Eigentlich denkt man: „Ich habe trainiert, also müsste die Waage runtergehen.“

Kurzfristig kann aber das Gegenteil passieren.

Hartes Krafttraining, Laufen, Intervalltraining oder ungewohnte Belastung verursachen kleine Schäden und Stress im Muskelgewebe. Der Körper repariert diese Strukturen. Dabei kann vorübergehend Wasser in der Muskulatur gehalten werden.

Das ist normal.

Typische Situationen:
  • neuer Trainingsplan
  • Beintraining nach langer Pause
  • sehr hartes Krafttraining
  • ungewohnte Laufdistanz
  • viele exzentrische Bewegungen
  • Muskelkater
  • mehr Trainingsvolumen als sonst
Wenn du nach einem harten Training 0,5 bis 1,5 kg mehr wiegst, kann das einfach Wasserbindung durch Regeneration sein.

Das ist kein Zeichen, dass Training „nicht funktioniert“. Es ist oft ein Zeichen, dass dein Körper arbeitet.
Muskelkater plus mehr Waage bedeutet nicht automatisch Fettzunahme. Oft ist es Reparatur, Entzündung und Wasserbindung.

8) Zyklus, Hormone, Stress und Schlaf

Bei Frauen kann der Zyklus die Waage deutlich beeinflussen. Viele merken vor der Periode oder rund um bestimmte Zyklusphasen mehr Wassereinlagerung, mehr Hunger, mehr Spannung im Körper oder ein höheres Gewicht.

Das ist normal und sollte bei der Bewertung berücksichtigt werden.

Aber auch unabhängig vom Zyklus können Stress und Schlafmangel das Gewicht beeinflussen.

Wenn du schlecht schläfst, viel Stress hast oder stark belastet bist, kann dein Körper mehr Wasser halten. Gleichzeitig steigt bei vielen der Appetit, die Bewegung sinkt und die Erholung verschlechtert sich.

Mögliche Einflussfaktoren:
  • Zyklusphase
  • Periode
  • schlechter Schlaf
  • hoher Stress
  • lange Arbeitstage
  • Reisen
  • ungewohnte Essenszeiten
  • Alkohol
  • Krankheit oder beginnende Infekte
Deshalb ist es wichtig, die Waage nicht isoliert zu betrachten.

Ein einzelner Wert sagt wenig. Der Kontext sagt viel.

9) Alkohol, Hitze und Dehydration

Auch Flüssigkeitsschwankungen können die Waage verwirren.

Nach Alkohol, Sauna, Hitze oder starkem Schwitzen kann das Gewicht kurzfristig sinken, weil du Flüssigkeit verlierst. Das sieht auf der Waage gut aus, ist aber kein echter Fettverlust.

Am nächsten Tag kann der Körper wieder Wasser einlagern oder du trinkst mehr. Dann steigt das Gewicht wieder.

Typische Beispiele:
  • nach einem heißen Sommertag weniger Gewicht
  • nach starkem Schwitzen weniger Gewicht
  • nach Alkohol erst weniger, später mehr Gewicht
  • nach salzigem Essen plus Alkohol mehr Wasserschwankung
  • nach Reisen oder langen Autofahrten mehr Wasser in den Beinen
Auch hier gilt: Nicht überbewerten.

Flüssigkeit kommt und geht schneller als Fett.

10) Warum Tagesgewicht oft täuscht

Das Tagesgewicht ist nur ein einzelner Schnappschuss.

Es kann durch viele Dinge beeinflusst werden:
  • Was hast du gestern gegessen?
  • Wie viel Salz war dabei?
  • Wie viele Kohlenhydrate waren dabei?
  • Hast du trainiert?
  • Hast du Muskelkater?
  • Wie gut hast du geschlafen?
  • Warst du auf Toilette?
  • Wie viel hast du getrunken?
  • Hast du Stress?
Deshalb kann ein einzelner Waagenwert extrem täuschen.

Viel besser ist der Durchschnitt.

Beispiel:
  • Montag: 82,0 kg
  • Dienstag: 82,8 kg
  • Mittwoch: 82,4 kg
  • Donnerstag: 81,9 kg
  • Freitag: 82,2 kg
  • Samstag: 82,7 kg
  • Sonntag: 82,1 kg
Wenn du nur Dienstag siehst, denkst du vielleicht: „Ich nehme zu.“

Wenn du den Durchschnitt betrachtest, sieht es viel ruhiger aus.
Der Tageswert ist laut. Der Wochendurchschnitt ist ehrlicher.

11) Besser tracken: Wochendurchschnitt statt Panik

Wenn du deine Entwicklung wirklich beurteilen willst, nutze einen Trend.

Sinnvoll ist:
  • täglich oder mehrmals pro Woche wiegen
  • immer unter ähnlichen Bedingungen
  • Wochendurchschnitt berechnen
  • Trend über 2 bis 4 Wochen ansehen
  • nicht wegen einem einzelnen Ausreißer reagieren
Wenn du nicht täglich wiegen möchtest, ist das auch okay. Dann wiege dich zum Beispiel 2 bis 4 Mal pro Woche und betrachte trotzdem den Verlauf.

Wichtig ist nicht, jeden Tag perfekt zu treffen. Wichtig ist, nicht aus einzelnen Schwankungen falsche Schlüsse zu ziehen.

Gute Bewertungsfragen:
  • Wie entwickelt sich der Durchschnitt?
  • Was passiert über 14 Tage?
  • Was passiert über 4 Wochen?
  • Passt der Trend zu meinem Ziel?
  • Wie sieht mein Bauchumfang aus?
  • Wie sitzen meine Klamotten?
  • Wie ist mein Spiegelbild?
  • Wie ist meine Trainingsleistung?
Die Waage ist ein Werkzeug. Nicht der Richter über deinen Fortschritt.

12) Bauchumfang, Fotos und Spiegelbild

Gerade beim Fettabbau ist der Bauchumfang oft sehr hilfreich.

Warum?

Weil Wassergewicht die Waage stark beeinflussen kann, aber dein Bauchumfang und dein Spiegelbild zusätzliche Hinweise geben.

Sinnvolle Zusatzwerte:
  • Bauchumfang auf Nabelhöhe
  • optional Taille
  • Fortschrittsfotos
  • Spiegelbild
  • Kleidung
  • Trainingsleistung
  • Energielevel
Wenn dein Gewicht schwankt, aber der Bauchumfang langfristig sinkt, bist du wahrscheinlich auf einem guten Weg.

Wenn dein Gewicht gleich bleibt, aber du stärker wirst und optisch besser aussiehst, kann auch eine Körperrekomposition stattfinden: weniger Fett, mehr Muskelmasse oder bessere Muskelspannung.
Ein guter Fortschrittscheck besteht nicht nur aus Waage. Waage, Umfang, Fotos, Training und Gefühl ergeben zusammen ein viel besseres Bild.

13) Typische Situationen und was sie bedeuten können

Situation 1: Nach Pizza +1,2 kg

Wahrscheinlich: Salz, Kohlenhydrate, mehr Verdauungsinhalt und Wasser.

Nicht automatisch: 1,2 kg Fett.

Situation 2: Nach Low Carb plötzlich -2 kg

Wahrscheinlich: weniger Glykogen, weniger Wasser, eventuell weniger Mageninhalt.

Nicht automatisch: 2 kg Fettverlust.

Situation 3: Nach hartem Beintraining +0,8 kg

Wahrscheinlich: Wasserbindung durch Muskelreparatur und Entzündungsprozesse.

Nicht automatisch: Fettzunahme.

Situation 4: Nach einem Restaurantbesuch Waage hoch

Wahrscheinlich: mehr Salz, größere Portion, mehr Kohlenhydrate, späteres Essen.

Nicht automatisch: Diät zerstört.

Situation 5: Gewicht steht 5 Tage, dann fällt es plötzlich

Wahrscheinlich: Wasser hat den Fettverlust verdeckt und geht dann auf einmal raus.

Das wird oft als „Whoosh“ beschrieben: Die Waage bewegt sich tagelang kaum und springt dann plötzlich nach unten.

14) Wann solltest du Kalorien wirklich anpassen?

Der wichtigste Punkt: Ändere deine Kalorien nicht wegen einem einzelnen Tageswert.

Wenn du heute schwerer bist, heißt das nicht automatisch, dass deine Kalorien zu hoch sind.

Besser:
  • mindestens 10 bis 14 Tage Trend anschauen
  • bei Frauen möglichst Zyklus mitberücksichtigen
  • Wochendurchschnitte vergleichen
  • Bauchumfang und Fotos prüfen
  • Training und Alltag beachten
Kalorien senken kann sinnvoll sein, wenn:
  • der Gewichtstrend über 2 bis 4 Wochen nicht sinkt
  • der Bauchumfang nicht sinkt
  • du konsequent trackst
  • du dein Ziel Fettabbau wirklich verfolgst
  • keine klaren Wassergründe erkennbar sind
Kalorien nicht sofort senken, wenn:
  • du gestern mehr Kohlenhydrate gegessen hast
  • du salzig gegessen hast
  • du Muskelkater hast
  • du schlecht geschlafen hast
  • du im Zyklus Wasser hältst
  • du nur einen einzelnen hohen Waagenwert hast
Praxis-Regel: Bevor du Kalorien änderst, schau dir mindestens 10 bis 14 Tage Trend an. Noch besser sind 2 bis 4 Wochen.

15) Häufige Fehler beim Wiegen

  • Jeden Tageswert emotional bewerten → macht unnötig Stress.
  • Nach einem salzigen Essen Panik bekommen → meist nur Wasser.
  • Low-Carb-Wasserverlust mit reinem Fettverlust verwechseln → führt zu falschen Erwartungen.
  • Carbs verteufeln → Kohlenhydrate sind nicht automatisch schlecht.
  • Nur die Waage betrachten → Bauchumfang, Fotos und Leistung fehlen.
  • Zu früh Kalorien senken → kann Training, Hunger und Alltag unnötig verschlechtern.
  • Unregelmäßig unter verschiedenen Bedingungen wiegen → Daten werden schwer vergleichbar.
  • Trainingseffekte ignorieren → Muskelkater und neue Belastung können Wasser binden.

16) Sind Kohlenhydrate schlecht, weil sie Wasser binden?

Nein.

Dass Kohlenhydrate Wasser binden, ist nicht automatisch schlecht. Es ist ein normaler physiologischer Prozess.

Kohlenhydrate können für viele Menschen sehr sinnvoll sein, besonders wenn sie trainieren.

Kohlenhydrate können helfen bei:
  • Krafttraining
  • Laufen
  • Intervalltraining
  • Alltagsenergie
  • Regeneration
  • besserer Trainingsleistung
  • volleren Muskeln
Das Wassergewicht durch Glykogen ist kein Feind. Es ist Teil deines Energiesystems.

Problematisch wird es nur, wenn du jede normale Schwankung als Fettzunahme interpretierst und dadurch ständig deine Ernährung änderst.
Mehr Wasser durch Kohlenhydrate ist nicht automatisch schlecht. Es kann sogar ein Zeichen dafür sein, dass deine Speicher gut gefüllt sind.

17) Einordnung in deine Kategorien

  • Körper & Stoffwechsel: Die Waage zeigt Wasser, Glykogen, Verdauungsinhalt und Fett zusammen.
  • Fettabbau: Einzelne Tageswerte sind weniger wichtig als der Trend über mehrere Wochen.
  • Low Carb: Schneller Gewichtsverlust am Anfang ist oft zu einem großen Teil Wasser.
  • Ernährungs-Basics: Kohlenhydrate und Salz sind nicht automatisch schlecht, beeinflussen aber Wassergewicht.
  • Training: Harte oder ungewohnte Belastung kann kurzfristig Wasser in der Muskulatur binden.

FAQ

Warum wiege ich nach Kohlenhydraten mehr?
Weil Kohlenhydrate als Glykogen gespeichert werden und Glykogen Wasser bindet. Mehr gespeicherte Kohlenhydrate können deshalb kurzfristig mehr Gewicht auf der Waage bedeuten.

Habe ich nach einem Cheat Meal direkt Fett zugenommen?
Nicht automatisch. Ein höheres Gewicht danach kommt oft durch Salz, Kohlenhydrate, Wasser und Verdauungsinhalt. Echte Fettzunahme braucht einen relevanten Kalorienüberschuss.

Warum nehme ich bei Low Carb so schnell ab?
Am Anfang verlierst du oft viel Wasser, weil deine Glykogenspeicher weniger gefüllt sind. Das kann die Waage schnell senken, ist aber nicht nur Fettverlust.

Soll ich Kohlenhydrate vermeiden, wenn ich abnehmen will?
Nein. Entscheidend ist die Kalorienbilanz. Kohlenhydrate können auch in einer Diät sinnvoll sein, besonders für Training, Alltag und Durchhaltefähigkeit.

Wie oft sollte ich mich wiegen?
Wenn du gut damit umgehen kannst, ist tägliches Wiegen mit Wochendurchschnitt sehr aussagekräftig. Wenn dich das stresst, reichen auch mehrere feste Messungen pro Woche.

Wann sollte ich meine Kalorien senken?
Nicht wegen einem einzelnen hohen Tageswert. Sinnvoller ist es, den Trend über mindestens 10 bis 14 Tage, besser 2 bis 4 Wochen, zu beobachten.

Warum wiege ich nach hartem Training mehr?
Training kann kurzfristig Wasser in der Muskulatur binden, besonders bei Muskelkater oder ungewohnter Belastung. Das ist normal und nicht automatisch Fett.

Was ist besser als nur die Waage?
Wochendurchschnitt, Bauchumfang, Fotos, Spiegelbild, Kleidung, Trainingsleistung und dein allgemeines Gefühl ergeben zusammen ein deutlich besseres Bild.

Kurzfazit

Gewichtsschwankungen sind normal.

Wenn die Waage von heute auf morgen steigt, bedeutet das nicht automatisch, dass du Fett zugenommen hast. Sehr oft sind Kohlenhydrate, Glykogen, Salz, Wasser, Training oder Verdauungsinhalt beteiligt.

Fettaufbau und Fettabbau passieren nicht in einzelnen Nächten. Sie zeigen sich im Trend.

Die beste Praxis:
Wiege dich möglichst unter gleichen Bedingungen, nutze Wochendurchschnitte, beobachte den Trend über mehrere Wochen und kombiniere die Waage mit Bauchumfang, Fotos und Trainingsleistung.
Nicht der einzelne Waagenwert entscheidet. Der Trend entscheidet.

Quellen (Auswahl, bewusst kurz gehalten)

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